Nukleoplastie (LWS / HWS) in München: minimalinvasive Bandscheibenbehandlung

Die Nukleoplastie ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung ausgewählter Bandscheibenvorwölbungen und kleiner Bandscheibenvorfälle an der Hals- und Lendenwirbelsäule. In der Orthopädischen Praxisklinik Gromer in München erfolgt die Anwendung auf Grundlage einer sorgfältigen orthopädischen und bildgebenden Diagnostik.

Medizinische Grundlagen

Was ist eine Nukleoplastie?

Bandscheiben bestehen aus einem äußeren Faserring (Anulus fibrosus) und einem weichen Gallertkern (Nucleus pulposus). Bei Verschleiß oder Überlastung kann es zu einer Bandscheibenvorwölbung oder einem kleinen Bandscheibenvorfall kommen, wodurch Nervenstrukturen gereizt oder eingeengt werden.

Die Nukleoplastie ist ein minimalinvasives thermisches Verfahren, bei dem über eine feine Sonde gezielt ein kleiner Anteil des Bandscheibengewebes mittels Plasmaenergie (Coblation) verflüssigt und reduziert wird. Dadurch sinkt der Druck innerhalb der Bandscheibe, was zu einer Entlastung der betroffenen Nervenwurzel führen kann.

Welche Strukturen sind betroffen?

  • Bandscheiben der Lendenwirbelsäule (LWS)
  • Bandscheiben der Halswirbelsäule (HWS)
  • Angrenzende Nervenwurzeln

Ursachen und Risikofaktoren

Bandscheibenveränderungen, bei denen eine Nukleoplastie in Betracht gezogen wird, entstehen häufig durch:

  • Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule (alters- oder verschleißbedingt)
  • Mechanische Überlastung, z. B. durch schweres Heben oder langes Sitzen
  • Wiederholte Fehlbelastungen im Alltag oder Beruf
  • Mangelnde Rumpf- und Rückenmuskulatur

Typische Symptome

Die Beschwerden entstehen durch Druck oder Reizung von Nervenstrukturen und können je nach Lokalisation variieren:

  • Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins Bein (z. B. Ischiasbeschwerden)
  • Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in Arm oder Schulter
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle
  • Belastungsabhängige Schmerzverstärkung

Abgrenzung

Bei ausgeprägten neurologischen Ausfällen wie Lähmungen, bei sehr großen oder abgelösten Bandscheibenvorfällen sowie bei instabilen Wirbelsäulenverhältnissen ist eine Nukleoplastie in der Regel nicht geeignet.

Diagnostik

In der Orthopädischen Praxisklinik Gromer in München erfolgt vor einer Nukleoplastie eine strukturierte Abklärung:

  • Anamnese: Art, Dauer und Verlauf der Beschwerden
  • Klinisch-neurologische Untersuchung
  • Bildgebung, in der Regel MRT zur genauen Beurteilung der Bandscheiben
  • Bewertung bisheriger Therapien (Physiotherapie, Medikamente, Infiltrationen)

Behandlungsmöglichkeiten

Konservativ

Vor einem interventionellen Verfahren werden üblicherweise konservative Maßnahmen ausgeschöpft, darunter:

  • Physiotherapie und Rückentraining
  • Medikamentöse Schmerztherapie
  • Infiltrationen
  • Anpassung von Belastung und Alltag

Nukleoplastie

Die Nukleoplastie wird ambulant durchgeführt. Unter Röntgenkontrolle wird eine feine Sonde präzise in die betroffene Bandscheibe eingeführt. Die Behandlung erfolgt in Kurznarkose und dauert in der Regel etwa 20 Minuten. Nach kurzer Überwachung kann der Patient meist noch am selben Tag nach Hause gehen.

Verlauf und Prognose

In klinischen Beobachtungen wird bei einem Großteil der geeigneten Patientinnen und Patienten eine deutliche Schmerzreduktion berichtet. Erste Verbesserungen können innerhalb weniger Wochen auftreten, häufig nach etwa 4-6 Wochen. Die langfristige Stabilität hängt unter anderem von begleitendem Training und Muskelkräftigung ab.

Nachsorge

Die Nachsorge nach einer Nukleoplastie richtet sich nach der behandelten Wirbelsäulenregion (Lenden- oder Halswirbelsäule) und dient der Stabilisierung sowie der kontrollierten Wiedermobilisation.

Allgemeine Empfehlungen

  • 2-3 Tage körperliche Schonung, anschließend sanfte Mobilisation
  • Physiotherapie ab Woche 1-2 zur gezielten Muskelkräftigung
  • Vermeidung schwerer körperlicher Belastungen für etwa 4 Wochen
  • Kontrolltermin in der Regel nach 1 Woche
  • Schmerzreduktion meist innerhalb weniger Wochen, erste Effekte typischerweise nach 4-6 Wochen

Regionenspezifische Nachsorge

  • Lendenwirbelsäule (LWS): Tragen eines Lumbalstützgürtels (Lumbamed facet) für etwa 10 Tage
  • Halswirbelsäule (HWS): Tragen einer weichen Halskrause für 7-10 Tage

Die genaue Dauer der unterstützenden Orthesenversorgung kann je nach individuellem Befund und Heilungsverlauf variieren und wird ärztlich festgelegt.

Fazit

Die Nukleoplastie ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung ausgewählter Bandscheibenveränderungen an HWS und LWS. In der Orthopädischen Praxisklinik Gromer in München wird sie nach sorgfältiger Diagnostik als gelenk- und nervenschonende Option zwischen konservativer Therapie und offener Operation eingeordnet.